Mit einem Satz gesagt ist Hypnose ein Zustand des eingeschränkten Bewusstseins, in dem wir für Suggestionen zugänglich sind. Es ist weder völlige Bewusst-, noch Willenslosigkeit. Es ist ein mentaler Zustand, der sich dadurch auszeichnet, dass wir das, was wir hören, viel leichter und direkter annehmen können als im Wachbewusstsein. Jedes Wort kann dabei durchaus wahrgenommen werden, auch wenn es sein kann, dass man sich hinterher nicht mehr an alles erinnert.
Eingeschränktes Bewusstsein bedeutet, dass die kritischen, filternden Aktivitäten zurückgefahren werden, die im vollen Wachbewusstsein unsere Gedanken und Wahrnehmung beurteilen. Dazu später mehr.
Solche tranceartigen Zustände begegnen uns im Alltag an vielen Stellen: Setzen wir uns ins Kino und lassen uns ganz auf das Geschehen auf der Leinwand ein, sinken wir in einen Zustand tieferer Entspannung und vergessen völlig, wo wir uns gerade befinden – wir gehen so sehr mit dem Geschehen auf der Leinwand mit, dass wir selbstverständlich wie ein Teil davon sind. Wir lassen uns auf eine mentale Reise ein, während unser Bewusstsein ein Nickerchen macht. Nicht nur der Film, auch die Werbung macht sich diese Eigenschaft des menschlichen Bewusstseins zunutze.
Fühlst du dich bei deiner eigenen Hypnose wie ein Zuschauer, ist das also gar nicht ungewöhnlich. Übrigens genügt für eine zielführende Hypnose bereits ein recht leichter Trancezustand.
Machen wir es noch ein Stück konkreter: Was genau wird eigentlich in der Hypnose eingeschränkt?
Im Wachbewusstsein steht uns ein Filter zur Verfügung, ein kritisches System, das uns ziemlich gut durch den Alltag führt. Es informiert uns darüber, was wahr und was falsch ist, was wir tun und lassen sollen. Es bewertet unentwegt unsere Gedanken und die Wahrnehmung der Welt. Es unterscheidet zwischen Dingen, häufig zwischen Realität und Illusion. Sagt man uns, die Sonne sei pink und Teppiche bräuchten ein Nummernschild sowie eine Kfz-Versicherung, da sie potenzielle Fortbewegungsmittel seien, halten wir das binnen Millisekunden für eine unsinnige Fantasie. Aber: Wir können uns bildhaft vorstellen, wie eine pinke Sonne aussehen könnte, als auch, wie ein Teppich mit Nummernschild durch die Luft saust. Der innere Kritiker sorgt mit notorischer Gewissheit dafür, dass wir unsere Teppiche in der Folge nicht zur örtlichen Zulassungsstelle schleppen, sondern sie auf den Boden liegenlassen.
In den allermeisten Fällen hilft uns dieser Filter auf sinnvolle Weise.
Wenn es aber darum geht, lästige Angewohnheiten loszuwerden, ist er allzu oft ein unvorteilhafter Ansprechpartner. Daher schränken wir ihn durch die Hypnose ein, sodass wir für Botschaften offen werden, die wir uns wünschen.
Der filternde Kritiker, der uns im Alltag hilft, arbeitet mitunter energiesparend. Wenn es nicht unbedingt erforderlich ist, aktiv zu sein, lässt er gern das Gewohnheitstier ran.
Im Wachzustand laufen Gewohnheiten meist unterhalb des bewussten Radars ab. Der Griff zur Zigarette, der Gedanke, dass man die nächste Prüfung verhaut, der Griff zum Schokoriegel, usw. sind vielfach “automatische” gedankliche Gäste, die zudem noch unangekündigt vorbeischauen, ohne, dass wir sie bewusst eingeladen hätten.
Sie laufen also genau dort ab, wo wir mit der Hypnose hinkommen, im Unterbewussten. Mit dem vollen Wachbewusstsein können wir Verhalten im Unterbewusstsein bedauerlicherweise nur schwerlich ändern. Der innere Kritiker weiß sehr schnell, was wahr und was falsch ist und wie wir normalerweise handeln (Energiesparmodus – jede Änderungen verbraucht Energie): Wahr ist, dass wir z.B. oft zur Zigarette greifen (oder zum Schokoriegel). Wenn du nun sagst: „Das war meine letzte Zigarette“, dann kann das durchaus sein, dass du deinen eigenen Worten Glauben schenkst, allerdings wird dein energiesparender Kritikerfuchs bei der nächsten typischen Situation das Gewohnheitstier von der Leine lassen. Eh du dich versiehst, steckt wieder eine Zigarette in deinem Mundwinkel.
Dein innerer Kritiker bestätigt es dir auch gern, indem er darauf verweist, dass du bisher immer in dieser oder jener Situation geraucht hast. Wie könntest du das bestreiten?
Es ist nicht unmöglich, aber es hat seine Tücken und entwickelt sich meist zu einem Geduldsspiel, will man ganz bewusst alte Gewohnheiten ausrangieren.
Ist dieser Satz („Das war meine letzte Zigarette“) allerdings eine Suggestion, die dir gegeben wurde, während dein innerer Kritiker mit einer Schlafmütze und -brille am Pförtnerhäuschen zu deinem Unterbewussten auf einem Stuhl lehnt und schlummert, kann der Satz „Das war meine letzte Zigarette“ ungehindert passieren und sich im Unterbewussten wirksam platzieren, d.h. er ist nun auch da, wo deine Gewohnheit sitzt. Nach und nach wird die Gewohnheit immer kleiner und die neue Realität („letzte Zigarette“) übernimmt seine Position.
Beim nächsten Mal, wenn du im Alltag unterwegs bist und dir jemand eine Zigarette anbietet, laufen, wie eh und je die unterbewussten Abläufe ab, allerdings mit einer entscheidenden Information mehr: „Die letzte Zigarette….die war neulich…Es kann also keine neue Zigarette geben“. Wohlgemerkt sind das die unterbewussten Abläufe, die dazu führen, dass es dir viel leichter fällt, die Zigarette abzulehnen.
Damit neue Wege im Unterbewusstsein nicht bloß Trampelpfade werden, sondern gut befestigte und belastbare Straßen – um damit das sichere Verankern neuer Verhaltensweisen oder Glaubenssätze zu erreichen – ist es empfohlen, eine Hypnose mindestens 4 Wochen anzuwenden.
Hypnose ist ein effizientes, vielseitiges Werkzeug, das dir helfen kann, dein Potenzial zu entfalten.
Hypnose mit Sicherheit
– wichtiger Hinweis für alle, die sich hypnotisieren lassen wollen –
Es gibt ein paar körperliche Voraussetzungen, um sich hypnotisieren zu lassen. Wenn du unter niedrigem Blutdruck, Herz- oder Kreislauferkrankungen, leiden solltest, wende keine Hypnose an. Auch nicht, wenn du unter anderen Krankheiten leiden solltest wie Epilepsie, Anfallserkrankungen, plötzlicher Bewusstlosigkeit.
Halte im Zweifel diesbezüglich Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Mehr dazu erfährst du im Bereich Hinweise (Link).
Grundsätzlich ist das Hören von Hypnose im Liegen oder Sitzen anzuraten. Wer gerade eine Maschine bedient oder sich in einer Situation befindet, die seine Aufmerksamkeit erforderlich macht, sollte logischerweise keine Hypnose anwenden.
Um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, suche dir einen Platz, an den du dich ungestört zurückziehen kannst. Wenn du dich hinsetzt, achte auf eine bequeme Lehne und genügend Halt. Du kannst die Hypnosen über Kopfhörer, deine Anlage oder ein anderes Gerät abspielen.
Wenn du mit mehreren Menschen zusammenlebst, die dich möglicherweise stören könnten, bitte sie darum, dies für die nächsten X Minuten nicht zu tun.
Der ca. 10minütige Hypnose Quickie ist ja ausdrücklich für „zwischendurch“ gedacht, d.h. zur Auffrischung, weiteren Festigung oder zur Vorbereitung auf ein Ereignis, das bevorsteht (z.B. eine Prüfung). Da eine Hypnose, wie beschrieben, im ungestörten, bequemen Sitzen oder Liegen erfolgen soll, achte ganz besonders beim Hypnose Quickie darauf, dass du dich zurückziehen kannst.
Beispiel: Du willst auf einer Party keine Zigarette rauchen und nutzt die Hypnose Rauchentwöhnung dafür. Wo könntest du die 10-Minuten-Hypnose zu hören? Bevor du nach einer ruhigen Nische irgendwo am Ort des Geschehens suchst (Partys zeichnen sich durch viel aus, aber selten durch besinnliche Stille), höre die Kurzhypnose zuhause, bevor es losgeht.
Bin ich hypnotisierbar?
Die allermeisten Menschen sind es. Ob du dazugehörst, kannst du gern vorab testen.
Du findest hier in Kürze Audiodateien, die du abspielen kannst, um herauszufinden, ob du gut auf Suggestionen reagierst. Dies sind sogenannte Suggestibilitätstests, die Aufschluss darüber geben, wie gut dein Bewusstsein sprachlich vermittelte „Botschaften“ umsetzt. Folge den Anweisungen und entdecke, was passiert:
Einbettung der Tests folgt in Kürze.
